1523 - Ein Knecht Gottes - Thomas Müntzer in Allstedt

Seit 1989 ist auf Burg und Schloss Allstedt eine Ausstellung über Thomas Müntzer zu sehen. Diese wurde im Zuge des Reformationsjubiläums überarbeitet und erweitert.

Ziel der Neugestaltung war, die Wirkung Müntzers aufgrund seiner theologischen Überzeugungen zu beleuchten. Als erster seiner Zeit hat Thomas Müntzer den Gottesdienst vollständig ins Deutsche übertragen, Gottesdienstordnungen aufgestellt und Liederbücher drucken lassen. Zusätzlich drehte er die Zelebrationsrichtung zur Gemeinde. Diese revolutionären Veränderungen strahlten in Folge auf die Beziehung zu Fürsten und einfachen Leuten und fand ihren überlieferten Höhepunkt in der Fürstenpredigt, die von Müntzer auf Schloss Allstedt gehalten wurde. In Konsequenz floh Müntzer aus Allstedt, zog weiter umher und schloss sich als Feldprediger den aufständischen Bauern an. Vor den Toren Mühlhausens wurde er letztlich hingerichtet.

Die Auseinandersetzung Müntzers mit den Fürsten findet auch Ausdruck in der Gestaltung der Ausstellung. Die schlichten, aber farbig kraftvollen Ausstellungsträger in Rot und Grau prallen in den Räumen der Auseinandersetzung (Gottesdienstreform, Müntzer und Gewalt, Fürstenpredigt) auf den barocken Prunk der Adelswelt und vermitteln bereits in der Ausstellungsarchitektur nicht auflösbare Widersprüche.

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